Samstag, 19 März 2011 20:42

Drei tolle Tage mit dem WSC in Verbier

Die Nachwirkungen von Fasnacht gerade so aus den Beinen geschüttelt, machte sich der mit 56 Ski- und Snowboardfahrern voll  besetzte Bus des Wintersportclubs Sasbachwalden am Freitagmorgen um 4.30Uhr auf den Weg ins Schweizer Skigebiet nach Verbier.  Vorbei an Basel und der wunderschön am Genfersee gelegenen Festivalstadt Montreux erreichte die Gruppe nach viereinhalb geruhsamen Stunden Fahrt „Le Châble", die Talstation des Skigebiets und Ausgangspunkt der Ski- und Snowboardtouren.

Noch im Bus teilte Reiseleiter Franz Doll die Wintersportler in verschiedene Gruppen auf, um vor Ort ja keine Zeit zu verlieren, bis man endlich wieder Schnee unter den Brettern hatte. Begleitet  von den Ski- oder Snowboardlehrern  des WSC ging es dann von noch schneefreien 821m mit der Seilbahn hoch nach „Les Ruinettes" auf 2200m - der Anlaufstation, Treffpunkt und mittäglicher Rastplatz im Skigebiet. Der Anblick, der sich aus der Gondel den Wintersportler zum ersten Mal ergab, als man über die Bergkuppe schwebte und  die Berge den Blick auf das Skigebiet frei gaben, war schlicht fantastisch: Der Dreiklang aus dem tiefen Blau des wolkenfreien Himmels, der strahlend goldenen Sonne und der (fast) makellos schneeweißen Pisten ließ viel versprechen! Nun hieß es die frisch gewachsten Bretter anschnallen, Sonnenbrille aufsetzen, tief Luft holen und den ersten der insgesamt drei Skitage in vollen Schwüngen genießen! Vormittags eroberte man die Buckelpisten, Abfahrtshänge und vielleicht sogar den mit zum Teil respekteinflößenden Schanzen und Kickern bepackten Funpark in den von den Ski- und Snowboardlehrern angeführten Kleingruppen von 2-7 Leuten,  zur Mittagspause verabredete man sich auf der Terrasse der Hütte bei „Les Ruinettes" um gemeinsam die mehr oder weniger in Anspruch genommenen Beine bei einem Kaffee in der Sonne auszustrecken und das perfekte Wetter zu genießen, nachmittags konnte man tun und lassen was man wollte, sich die Mitfahrerinnen und Mitfahrer selbst organisieren und die unzähligen Abfahrten auf eigene Faust erkunden. Pünktlich um 17Uhr und mit im Laderaum des Busses perfekt nebeneinander aufgereihten Skischuhen, die unsern Kutscher Lui zum Ausruf „Ich bin begeischderd. Do siehts jo us wie im Schuhlade!" verleiten ließ, ging es dann ins Hotel Forclaz Touring in Martigny, das wie gewohnt und geschätzt die Wintersportler mit einem tollen Mehrgängemenü, gutem Service und gern in Anspruch genommener Schnapsprobe für die Strapazen des vergangenen Tages entlohnte.  Danach konnte man den Abend gemütlich bei ein paar Bier in der hoteleigenen Panoramabar im 6. Stock oder der etwas rockigeren „Sunset-Bar" im Erdgeschoss ausklingen lassen und über die schönsten Abfahrten und Touren des Tages philosophieren. Das Skigebiet Verbier, 10 km östlich von Martigny in den Walliser Alpen gelegen, ist Teil des riesigen Wintersportgebiets  „Les Quatres Vallées" (dt.: Die Vier Täler), zu dem neben Verbier noch die Städte Nendaz, Veysonnaz, Thyon und La Tzoumaz gehören und die alle mit einem Skipass befahren werden können. Vom höchsten Punkt des Skigebiets, dem „Mont Fort" auf 3330m, hat man einen wunderbaren 360°-Ausblick auf ca. 50 in der Umgebung gelegene Bergriesen der Schweizer Alpen. Bei guter Sicht wie am Freitag kann man einen Blick unter anderem auf die ehrfürchtig wirkenden Gipfel des Mont Blanc, des Matterhorns oder des vergletscherten Grand Combin erhaschen. Wem die dünne Luft und die steile Buckelpiste vom Mont Fort hinab nichts ausmachen und der zudem heil unten ankommt, darf sich zur Belohnung „Gletscherbezwinger" nennen. Wenn man denn wollte müsste auf Grund der schieren Größe mit insgesamt 421km Pisten und  92 Liftanlangen in Verbier keine Abfahrt zwei Mal zurückgelegt werden. Darüber hinaus bietet Verbier und die umliegenden Täler alles was das Wintersportherz begehrt, von breiten gutbefahrbaren Pisten über zahlreiche Buckelpisten bis zu nicht ungefährlichen Hochgebirgs- und Alpintouren - genug Möglichkeiten zum Austoben also! Am nächsten Tag hieß es dann um 7.30 Uhr schon wieder Antreten zur Stärkung mit einem ausgiebigen Frühstück, um 8.15 Uhr ließ unser Kutscher den Motor des Busses an als Zeichen der Abfahr nach „Le Châble": Alle einsteigen bitte! Der zweite Tag in Verbier war etwas bewölkter und die Piste etwas eisiger aber dafür hatte man den Eindruck, als dass außer den Ski- und Snowboardfahrern aus Saschwalle vielleicht nur noch eine Handvoll weiterer Wintersportbegeisterte im Skigebiet unterwegs waren: Kein Anstehen an den Liften, keine Staus auf den Pisten und Ziehwegen, keine anderen Skifahrer direkt vor der Nase - im wahrsten Sinne des Wortes endlose Weiten und  Pisten, deren ganze Breite man ungestört ausnutzen und genießen konnte. Den zweiten Tag nutzen schließlich einige Skifahrergruppen, um sich auf den Weg in die benachbarten Täler des „Quatre Vallées" zu machen. So ging es dann wahlweise vom Mont Fort, Mont Gelée (in Saschwalle auch bekannt unter „Schläcksel"-Tour) oder Chaussoure über anspruchsvollere Buckelpisten hinab zur Station „Tortin" auf 2050m, von dort aus weiter über die Gipfel des Greppon Blanche (2700m) oder „Ethérolla" (2450m) bis hinab nach Veysonnaz (1400m). Schließlich geht es dann wieder rechtzeitig zurück um vor der Abfahrt ins Hotel am Bus vielleicht noch die Zeit für ein verdientes Feierabendbier  zu finden - eine Tagestour, die es in sich hat  aber alle Male die Mühen wert ist. Der dritte Tag war einer von der etwas stürmischeren Art. Hoch oben auf dem Attelas (2727m) wehte ein so starker Wind, dass selbst die Fahrerinnen und Fahrer mit den bestgewachsten Brettern auf den flacheren Teilstücken einige Schwierigkeiten hatten, vorwärts zu kommen - ein amüsantes Bild ergab sich dem unbeteiligten Beobachter, als sich ein kleiner Stau von Skifahrern bildete, die auf Grund des Windes trotz aller verzweifelten Bemühungen nicht vorwärts kamen und sich die Hände zum Schutz vor Schneeverwehungen, die wie Stecknadelstiche wirkten, vors Gesicht hielten - den Beteiligten war wohl allerdings nicht so sehr zum Schmunzeln zumute. Doch ein heißer Kaffee oder Schoki auf der Hütte zur Mittagspause macht all das vergessen und nach kurzem Aufwärmen und Ausruhen hielt man es ohne Fahrtwind im Gesicht auch nicht viel länger aus, sodass auch leider schon die letzten Abschiedsschwünge auf der Piste anstanden. An diesem Tage hatten aber auch auf Grund des Windes nicht alle Lifte und Gondeln geöffnet, sodass gegen 15 Uhr nach einer letztmalig ausgiebig genossenen Talabfahrt zur Mittelstation die Heimreise nach Sasbachwalden angetreten wurden. In den zufriedenen, glücklichen aber auch erschöpften  Gesichtern der Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte man im Bus eindeutig erkennen, dass die meisten sich schon das Datum der nächsten Skifreizeit (vom 24.02 bis 26.02.2012) nach Verbier  im Kalender notiert und rot angestrichen haben. Es war eine tolle Reise, die viel Spaß gemacht hat, bestens organisiert vom WSC Sasbachwalden - noch 345 Tage bis es endlich wieder los geht!

Letzte Änderung am Montag, 03 September 2012 17:30